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Montag, 16. Januar 2012

Das jüngste Bundesland Österreichs


Burgenland, das jüngste Bundesland Österreichs seit 1921, ehemaliges Westungarn - liegt im Herzen Europas.
Schon in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg gab es Bestrebungen in deutsch-nationalen Kreisen in Wien, aber auch in den deutschsprachigen Gebieten in Westungarn, diese Gebiete aus der ungarischen Staatshoheit herauszulösen und an Österreich anzuschließen.

Von der Namensgebung her schlug dann 1918 der Neusiedler Apotheker Mag. Adalbert Wolf, in Anlehnung an den Namen Siebenbürgen, den Namen Vierburgenland vor: Eisenburg (Vas), Pressburg (Bratislawa), ödenburg (Sopron) und Wieselburg (Moson).
Da schon aber Pressburg zur Tschechoslowakei kam, heute Slowakei, und ödenburg auch "abhanden" kam, blieb dann als Namen Burgenland über.

Nach den Friedensverhandlungen nach dem ersten Weltkrieg in St.Germain sollte das Burgenland samt der alten Hauptstadt Ödenburg Österreich zugeschlagen werden. Die Aufnahme des Landes in die Republik Österreich wurde im Bundesverfassungsgesetz über die Stellung des Burgenlandes als selbständiges und gleichberechtigtes Land im Bund und über seine vorläufige Einrichtung vom 25. Jänner 1921 geregelt.

Doch nach den Kämpfen mit den von der ungarischen Regierung unterstützen Freischärlern einigte sich Ungarn & Österreich 1921 darauf, dass Ungarn sämtliche Freikorps abziehe und Österreich im Gegenzug Ödenburg an Ungarn abtritt. Durch eine Abstimmung sollten pro forma die Ergebnise der "Venediger Protokolle" legitimiert werden.
Bis 1925 war Bad Sauerbrunn provisorischer Sitz der Landesregierung und -verwaltung, bis dann die Kleinstadt Eisenstadt (ungarisch: Kismarton) zur Hauptstadt des Burgenlands bestimmt wurde.

In der wirtschaftlich schwierigen Zeit in den 1920er Jahren wanderten viele Burgenländer in die Vereinigten Staaten aus, was zur scherzhaften Mutmaßung führte, dass Chicago zur größten Stadt der Burgenländer wurde.
Als wirtschaftlich unterentwickeltes jüngstes Bundesland Österreichs wurde das Burgenland 1995 zur Gänze zum Ziel-1-Gebiet der Europäischen Union erklärt. Diese Förderungen laufen in einer „Phasing Out“ Phase bis 2013 weiter. Erst in den letzten zwanzig Jahren hat sich das Burgenland wirtschaftlich gewaltig weiter entwickelt.

Das Burgenland, ein geschichtlich kultureller Schmelztiegel von Illyrern, Kelten, Römern, Ostgoten, Hunnen, Langobarden, Awaren, Franken, Slawen, Magyaren, Kroaten, Roma, Bayern und Österreicher, ist heute Mitglied der Europaregion Centrope.
Diese zentrale Europaregion (central europe) wurde 2003 mit den Vereinbarungen von Kittsee gegründet. Sie umfasst auf rund 54.500 km² mehr als 7,2 Millionen Einwohner. Ihre Gründung bezweckt die Entwicklung des Gebiets zu einem der stärksten Wirtschaftsräume Europas.
Um hervorragende Leistungen in Centrope zu würdigen, wurde ab 2007 der Centrope-Preis gestiftet.

Klima mäßig hat das Burgenland Anteil am illyrischen Klima im Südburgenland und am pannonischen Klima in den restlichen Landesteilen.
Beide Klimatypen sind sich sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch durch unterschiedliche Niederschlagsmengen.


Das Jahr 2011 stand ganz im Zeichen des Jubiläums "90 Jahre Burgenland" und gaben Anlass auch weiterhin stolz auf die Entwicklung des Burgenlandes zu sein!

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